Frauengesundheit als Wachstumschance für Wearables

Frauengesundheit als Wachstumschance für Wearables

20/10/2023
Lesezeit: 4 Min.

Die anhaltende Inflation veranlasst deutsche Verbraucher:innen, ihre Ausgabegewohnheiten anzupassen und nicht notwendige Ausgaben zu reduzieren. Das bekommt auch der Markt für Wearables zu spüren: während dieser bis 2022 nur rasante Wachstumszahlen kannte, fällt das voraussichtliche Wachstum in 2023 deutlich geringer aus.

Der Mintel-Forschung zufolge sind weniger Frauen als Männer im Besitz von Wearables. Für Anbieter könnte es sich daher lohnen, die Bedürfnisse von Frauen genauer unter die Lupe zu nehmen, um Marktanteile innerhalb dieser Zielgruppe zu erhöhen.

Frauen mit Gesundheitsfunktionen ansprechen

Wie dem aktuellen Mintel-Report zu Smartwatches und tragbaren Technologien zu entnehmen ist, sind weibliche Smartwatch-Besitzerinnen besonders am Erfassen von Fitness- und Gesundheitsdaten interessiert. So sind Funktionen zum Aufzeichnen der körperlichen Gesundheit wie der Herzfrequenz drei von vier Frauen, die am Kauf einer Smartwatch interessiert sind, wichtig.
Das verdeutlicht, dass das Interesse von Frauen erhebliches Wachstumspotenzial bietet. Um Frauen erfolgreich zum Kauf von Wearables zu bewegen, ist es daher wichtig, Werbemaßnahmen gezielt auf diese Zielgruppe auszurichten.

Derzeit schwört etwa ein Drittel aller weiblichen Smartwatch-Besitzerinnen “nur” auf Einstiegsmodelle. Das Stichwort lautet: Frauengesundheit. Produktinnovationen mit auf sie zugeschnittenen Gesundheitsfunktionen, die etwa auf den weiblichen Zyklus und Hormonveränderungen eingehen, könnten sie zum Wechsel auf höhere Preisstufen bewegen. Smartwatches und Wearables in der Mittel- und Premiumklasse nutzen bereits die erheblichen technologischen Entwicklungen rund um KI, um akkuratere Messungen und personalisierte Empfehlungen zu ermöglichen.

Zyklusorientiertes Training ermöglichen

Mehr als die Hälfte der Frauen zwischen 16 und 24 Jahren findet es sinnvoll, Gesundheitsdaten mit Wearables zu erfassen – im Vergleich sind es bei den Männern derselben Altersspanne nicht einmal ein Drittel.Aufgrund der Popularität von Zyklus- und Fertilitätstrackern bei jungen Frauen bietet das Integrieren und Bewerben dieser Funktionen auch bei Wearables enormes Erfolgspotential.

Da viele Wearables an der Schnittstelle zwischen Gesundheit und Fitness angesiedelt sind und über die notwendigen technischen Voraussetzungen verfügen, können sie Frauen beim zyklusorientierten Training unterstützen. Die weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron schwanken innerhalb eines Zyklus und führen somit dazu, dass Frauen innerhalb ihres Zyklus unterschiedlich aktiv und leistungsfähig sind. Zyklusorientiertes Training bedeutet, dass die Sportübungen auf das wechselnde Energielevel innerhalb des Zyklus ausgerichtet sind. Das ist insbesondere für die steigende Anzahl an Frauen, die auf hormonelle Verhütungsmittel verzichten, relevant.

Der Evie Ring, welcher voraussichtlich Ende 2023 erscheint, ist beispielsweise das erste Wearable, welches speziell für Frauen entwickelt wurde und ihnen hilft, optimal auf die unterschiedlichen Phasen ihres Zyklus zu reagieren.

Frauen während der Perimenopause und Menopause unterstützen

Um auch Frauen über 45 zum Kauf von Wearables zu bewegen, können Wearables Unterstützung in der Perimenopause und Menopause bieten. Die Perimenopause ist die Übergangszeit vor der Menopause (12 Monate nach der letzten Regelblutung), in der sich die Menstruation und der Hormonhaushalt einer Frau ändern. Wearables können Frauen in dieser Zeit unterstützen und beispielsweise Linderung bei den häufig auftretenden Hitzewallungen bieten.
Ein Wearable, welches genau da ansetzt, ist Embr Wave. Es handelt sich um ein Gerät, welches bestimmte Thermorezeptoren am Handgelenk stimuliert und somit die Regionen des Gehirns beeinflusst, welche die Wärmeregulierung und das Wohlbefinden steuern. Die Einbindung einer solchen Funktion wäre auch für Smartwatches, die ohnehin die Körpertemperatur der Träger:innen messen können, geeignet.

Unser Fazit

Erhebliche technologische Entwicklungen ermöglichen Smartwatches einen immer stärkeren Gesundheitsfokus einzunehmen, welcher insbesondere bei Frauen enormes Wachstumspotenzial verspricht. Frauen zeigen starkes Interesse an der Überwachung von Gesundheitsdaten und können mit Zyklus-Tracking und zyklusorientiertem Training angesprochen werden. Unternehmen, die diese Funktionen erfolgreich ausarbeiten, treiben bei der weiblichen Zielgruppe nicht nur die Kaufanreize für ihre Wearables an, , – dementsprechende Änderungen könnten auch bestehende Smartwatch-Besitzerinnen zu Upgrades auf bessere, innovativere Modelle bewegen.

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