Fünf digitale Trends 2022: Mintel-Report zeigt, was Hersteller von Smartphone & Co jetzt beachten sollten

Fünf digitale Trends 2022: Mintel-Report zeigt, was Hersteller von Smartphone & Co jetzt beachten sollten

23/06/2022
Lesezeit: 4 Min.

Obwohl in Deutschland die Normalität in vielen Bereiche des Lebens zurückgekehrt ist, ist die Pandemie nicht spurlos an deutschen Verbrauchern vorübergegangen: New Work ist nicht mehr länger nur Start-up-Hype, sondern ist in vielen Unternehmen zur gelebten Realität geworden. Im Markt für Hybrid-Laptops und Tablets hat das beispielsweise für Aufwind gesorgt. In den privaten Alltag ziehen verstärkt digitale Helfer ein, wie Smart-Home-Geräte und Smartwatches. Der Mintel Report “Digitale Trends 2022” nimmt die Kaufentscheidungen von Verbrauchern genauer unter die Lupe und zeigt, welche Trends bei der Entscheidung für digitale Endgeräten besonders wichtig sind.

1. Safety first : Sicher durch die digitale Welt

Im Gegensatz zu ihren europäischen Nachbarn sind deutsche Verbraucher dafür bekannt, besonders viel Wert auf Datenschutz und Privatsphäre zu legen. Neueste Mintel-Daten zeigen: Die Angst vor Datenmissbrauch spiegelt sich auch im Kaufverhalten wider. So gehören beispielsweise Funktionen zum Schutz der Privatsphäre zu den führenden Entscheidungsfaktoren. Um den Smart-Home-Markt in Deutschland voranzutreiben, sollten Hersteller daher einen besonderen Fokus auf den Datenschutz und die Privatsphäre ihrer Nutzer legen. So würde z. B. mehr Kontrolle darüber, wie gesammelte Daten genutzt werden, Verbraucher dazu bewegen, einen sprachgesteuerten Smart Speaker zu kaufen.

2. Gesundheit: Verstärktes Bewusstsein aufgrund der Pandemie

Gesundheit und persönliches Wohlbefinden sind während der Pandemie stärker ins Bewusstsein der Verbraucher gerückt. So gaben im Jahr 2021 z.B. 54 Prozent der sporttreibenden Deutschen an, jetzt mehr darauf zu achten, fit und zu gesund zu bleiben, als vor der Pandemie.
Entsprechend boomt der Markt für Wearables: Fast ein Viertel der Verbraucher verfolgen ihre Sport- und Essgewohnheiten digital. Schon heute besitzen 18 Prozent der Deutschen eine Smartwatch, Tendenz steigend. Die neuesten Geräte bieten tiefe Einblicke in den Gesundheitszustand der Nutzer, berechnen beispielsweise die Skelettmuskulatur oder überwachen den Herzrhythmus. Anbieter von Fitnessarmbändern sollten darauf achten, dass ihre Produkte einige dieser Premium-Funktionen enthalten, da sie sonst von Smartwatches überholt werden.

3. Digital Well-Being: Mehr Achtsamkeit bei der Screentime

Mit verstärktem Gesundheitsbewusstsein kommt auch mehr Achtsamkeit für die eigene Bildschirmzeit: Mehr Verbraucher als je zuvor haben ihre Bildschirmzeit in diesem Jahr eingeschränkt und insbesondere die Generation Z achtet auf ihr “Digital Well-Being”. Der bewusste und verantwortungsvolle Umgang mit der Bildschirmzeit kann für Tech-Unternehmen auch eine Chance darstellen: So können beispielsweise Apps und teils auch Betriebssystemfunktionen den Nutzern dabei helfen, ihre Gerätenutzung zu überwachen.

4. Flexibilität: Im Home-Office ein Muss

Während der Besitz von Desktop-Computern aufgrund verstärkter Home-Office-Regelungen zurückgeht, treiben Hybrid-Laptops mit Touchscreens und faltbaren Bildschirmen sowie Tablets die Verkaufszahlen voran: Schon heute besitzt fast die Hälfte aller Deutschen ein Tablet. Insbesondere bei der jüngeren Generation, die mit Touch-Display-Funktionen aufgewachsen sind, überzeugen Tablets mit ihrer Vielseitigkeit. Potential gibt es auch bei persönlichem Computerzubehör wie In-Ear Kopfhörern: 23 Prozent der Deutschen besitzen diese bereits.

5. Smartphone ja, aber nicht immer das neuste

Fast 90 Prozent der Deutschen besitzen kein klassisches Mobiltelefon mehr. Für viele Verbraucher ist das Smartphone seit Beginn der Pandemie zu einem essentiellen Teil ihres Alltags geworden. Aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten, z. B. aufgrund der hohen Inflation, ist jedoch damit zu rechnen, dass einige Verbraucher mit dem Neukauf oder Upgrade ihres Smartphones warten werden. Marken müssen den Wert und Nutzen ihrer Smartphones unterstreichen, um die Nachfrage nach Upgrades aufrechtzuerhalten. Dazu könnten sie beispielsweise deren Robustheit oder Akkulaufzeit betonen, um deutlich zu machen, dass das neue Modell aufgrund seiner Langlebigkeit seinen Preis Wert ist. Wiederaufbereitete Smartphones können ebenfalls eine attraktive Option in Zeiten begrenzter Kaufkraft darstellen.

Unser Fazit

Die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Lockdown hat bei deutschen Verbraucher Spuren hinterlassen. Der verstärkte Fokus auf Gesundheit und Flexibilität macht dies mehr als deutlich. Digitale Geräte werden 2022 deutlich bewusster genutzt als noch vor zwei Jahren. Für Unternehmen bietet sich hier die Chance, Verbraucher langfristig zu binden, indem sie sie bestmöglich dabei unterstützen und auf dem Weg zu gesünderem Verhalten zu begleiten. Tech-Unternehmen tun gut daran, ihren Kunden Hilfsmittel an die Hand zu geben, mit denen sich die Gerätenutzung überwachen lässt und die gleichzeitig die Nutzungsqualität verbessern. Der starke Fokus auf Gesundheit gibt Herstellern von Wearables außerdem die Möglichkeit sich weiterhin mit Hilfe von Premium-Optionen von klassischen Smartwatches abzusetzen.

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