Welche Chancen ältere Verbraucher dem Markt für Smart Homes bieten

Welche Chancen ältere Verbraucher dem Markt für Smart Homes bieten

25/04/2019
Lesezeit: 3 Min.

Auch wenn sich die Verbraucherstimmung verschiedener demografischer Gruppen oftmals überschneidet, segmentieren Marketingspezialisten Konsumenten stets nach Alter, Herkunft, Einkommen und Sinus-Milieus. Diese Faktoren prägen Erfahrungen und treiben unterschiedliche Konsumentenpräferenzen voran – und helfen den Experten daher bei der zielgruppenspezifischen Entwicklung neuer Kampagnen und Produkte. Unabhängig von unserem sozialen Hintergrund müssen wir jedoch alle mit der Zeit erkennen, dass wir mit fortschreitendem Alter dem unvermeidlichen Verlust körperlicher Leistungsfähigkeiten erliegen. Dabei verschiebt sich unsere Auswahl an Produkten auf diejenigen, die entsprechende Lösungen anbieten und ein weitestgehend unabhängiges Leben ermöglichen.

Dies eröffnet für Haushaltsmarken die Möglichkeit, auf die Wünsche älterer Verbraucher gerecht einzugehen. Nicht zuletzt wissen gerade Hersteller von Haushaltsprodukten, worauf es bei der Erledigung häuslicher Aufgaben ankommt und welche Neuproduktentwicklungen diese Arbeiten erleichtern können.

Im Smart-Home-Bereich brodelt es bekanntlich schon länger in Sachen Innovation – so sind Haushaltsroboter mit Staubsaug- oder Rasenmäherfunktion bereits in einigen Heimen zu finden. Neuerdings gibt es nun auch diejenigen, die kochen und Wäsche falten können, wobei sich diese noch in der finanziellen Königsklasse befinden und für normale Verbraucher keinesfalls erschwinglich sind. Da sich Künstliche Intelligenz und die Robotertechnik allerdings immer noch im dynamischen Wandel befinden, ist es wahrscheinlich, dass sich dies wie bei allen Technikinnovationen in Zukunft noch ändern wird. Gehen wir nur einmal zurück zur Erfindung der ersten Waschmaschine im Jahr 1908 – zweifelsohne haben sich die Haushalte seither schrittweise automatisiert.

Aufgrund der vereinfachten Bedienung mittels einer intuitiven Schnittstelle und Sprachsteuerung ist die Automatisierung vieler Haushaltsgeräte auch für ältere Verbraucher interessant und kann dabei helfen, das eigene Zuhause schrittweise altersgerecht zu gestalten.

Was treibt die auf Senioren fokussierte Automatisierung im Haushalt voran?

Indem wir auf die wesentlichen Kräfte des Wandels hin zu automatisierten Haushaltsgeräten blicken, lässt sich einschätzen, wie jene nun Einzug in die Haushalte älterer Konsumenten halten.

Ein verbraucherorientierter Markt: Viele Senioren möchten in ihren eigenen vier Wänden alt werden, wobei die Automatisierung – die sie dabei bis zu einem gewissen Grad unterstützen könnte – von der Entwicklung neuer Technik abhängt. In vielen Ländern herrscht ein demografisches Ungleichgewicht, was bedeutet, dass es nicht genügend jüngere Menschen gibt, die sich um Senioren kümmern können. Automatisierung und Smart Homes könnten dementsprechend Abhilfe für Tätigkeiten schaffen, für die es zu wenige Pflegekräfte und Organisationen gibt.

Gesellschaftliche Faktoren: Die Themen Pflege und Rente sind für Verbraucher und Staat unausweichlich mit Kosten verbunden. Laut dem japanischen Ministerium für innere Angelegenheiten und Kommunikation sind in Japan ein Drittel der Bevölkerung über 65 Jahre alt, 20 Prozent der Japaner sind sogar über 70. Angesichts des Mangels an jungen Pflegefachkräften verfolgen die dortigen Staats- und Regierungschefs Robotik daher als Mittel, um eine bis 2025 prognostizierte Versorgungslücke von ca. 380.000 Fachkräften schließen zu können. Bleibt zu diskutieren, ob dies auch für andere Länder mit geringer Geburtenrate wie z.B. Deutschland eine mögliche Option wäre.

Haushaltsmarken und Technologieunternehmen: Neben den oben erwähnten Faktoren ist es ebenso wichtig darüber nachzudenken, wie Unternehmen auf automatisierte Haushalte eingehen werden. Bei der derzeit fortschreitenden Entwicklung von Smart Homes können wir davon ausgehen, dass Giganten wie Amazon und Google weiter in den Haushaltsbereich vorpreschen, während Haushaltsfirmen ihren Weg zur Technik finden werden. Technologieunternehmen sind in diesem Szenario sowohl potenzielle Partner als auch Disruptoren mit dem Potenzial, den Markt neu zu gestalten.

Jamie Rosenberg
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