Osterschokolade: Im Vergleich zu 2022 weltweit 19 Prozent mehr Schoko-Innovationen auf dem Markt

05/04/2023

Vom Hasen bis zur Kükenform: Dieses Ostern verspricht ein Highlight für Neuentdeckungen in den Supermarktregalen und Osterkörbchen zu werden. Laut einer neuen Studie vom Marktforschungsunternehmen Mintel hat die Einführung saisonaler Schokoladenprodukte zu Ostern in den letzten 12 Monaten weltweit um satte 19 Prozent zugenommen.[1]

Während die Innovationen im Bereich der Osterschokolade rapide zunehmen, gilt dies jedoch nicht für die Schokoladeninnovationen insgesamt; sie sind praktisch unverändert geblieben und haben der Globalen Neuproduktdatenbank von Mintel zufolge im letzten Jahr nur um ein Prozent zugelegt.[2] Die Innovationen im Bereich der Saison-Schokolade[3] insgesamt sind im gleichen Zeitraum um fünf Prozent gestiegen. Im Ganzen machen Oster-Innovationen 41 Prozent aller saisonalen Schokoladeneinführungen aus.

Wenn es um regionale Markteinführungen geht, ist das Vereinigte Königreich globaler Innovationsführer für Osterschokolade. Im letzten Jahr entfielen eine von acht (16 Prozent)[4] Markteinführungen von Osterschokolade weltweit auf Großbritannien. Tatsächlich hat diese saisonale Aktivität  im Vereinigten Königreich sprunghaft zugenommen, ist der Anteil von österlichen Produktlancierungen in den letzten zwei Jahren dort um fast 40 Prozent gestiegen.[5]

Weltweit sind die fünf größten Innovatoren von Themenschokolade zu Ostern das Vereinigte Königreich (16 Prozent aller globalen Osterschokoladeneinführungen), Frankreich (neun Prozent), Deutschland (acht Prozent), Brasilien (acht Prozent) und die USA (sechs Prozent).

Marcia Mogelonsky, Director of Insight, Mintel Food and Drink, sagt:

„Nach mehreren verhaltenen Jahren des Osterfestes können sich Schokoliebhaber:innen in diesem Jahr auf ein beeindruckendes Angebot an schokoladigen Neuheiten freuen. In der westlichen Welt wurden die meisten Corona-Maßnahmen gelockert oder gar komplett aufgelöst. Dadurch sind die Menschen wieder stärker am Feiern, was den Umsatz für saisonale Schokoladen ankurbelt. Das gilt insbesondere für solche, die mit einer interaktiven Komponente verbunden sind, wie dem Ostereiersuchen.

Der Multikulturalismus wird die Möglichkeiten für saisonale Süßwaren erweitern. Auch jenseits der (Oster-)Eiform besteht Spielraum, das Angebot an saisonalen Süßwaren auszubauen. Die zunehmende Reisetätigkeit und die sich verändernde Dynamik der Migration auf der ganzen Welt werden die Verbraucher:innen mit einer Reihe neuer Kulturen und Feiertage in Kontakt bringen. So können saisonale Süßwaren auch rund um Feiertage wie Eid al-Fitr (dem arabischen Zuckerfest) und Diwali (dem hinduistischen Lichterfest) entstehen, da Verbraucher:innen mehrere Nationalitäten und Traditionen vereinen. Das vielleicht älteste Beispiel für einen Feiertag mit spezieller Süßwarentradition, der sich mittlerweile auch erfolgreich in Deutschland etabliert hat, ist Halloween. Ursprünglich ein keltisches Erntefest, ist es heute ein fester Bestandteil der amerikanischen Kultur und wird auf der ganzen Welt gefeiert.”

Soziale und ökologische Claims nehmen bei saisonalen Schokoladenlancierungen zu

Die Bedeutung von sozialer und ökologischer Verantwortung bei Schokolade wird durch die Tatsache bestätigt, dass in den letzten 12 Monaten fast drei von fünf (57 Prozent) Osterschokoladenprodukte, die weltweit auf den Markt gebracht wurden, ökologisch bzw. ethisch ausgelobt waren – ein Plus von neun Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr 2022 (48 Prozent).[6]

Doch während die Süßwarenindustrie weiterhin auf eine Reihe von Nachhaltigkeitsthemen reagiert, scheinen die Verbraucher:innen noch nicht von nachhaltigen Eigenschaften überzeugt zu sein. In Deutschland hat die C02-Neutralität (18 Prozent) im Vergleich zu anderen Kriterien wie einer neuen  Geschmacksrichtung (42 Prozent) oder einem geringeren Zuckergehalt (38 Prozent) keinen so hohen Stellenwert beim Schokoladenkauf.[7]

Auch die soziale Komponente spielt beim Thema Nachhaltigkeit eine immer wichtigere Rolle: In Deutschland haben beispielsweise 30 Prozent der Schokoladenkonsument:innen ihre Einkäufe bei Marken eingestellt, die ihre Arbeitskräfte unethisch behandeln.[8] In anderen Märkten sind ethische Ansprüche für das Kaufverhalten jedoch nicht so relevant. In den USA zum Beispiel ist der faire Handel nur für zehn Prozent der Verbraucher:innen von Schokolade ein Kauffaktor.[9]

„Während die Verbraucher:innen sich einige Gedanken über die Nachhaltigkeit der Erzeugnisse machen – zum Beispiel über wiederverwertbare Verpackungen – zeigen unsere Untersuchungen, dass sie nicht so sehr darauf achten, wie der Kakao produziert wird. Derzeit ist eine ethische Zertifizierung für Schokoladenkäufer:innen nicht so wichtig wie Kriterien wie ein Lieblingsgeschmack oder eine interessante Textur”, resümiert Mogelonsky.

 

[1] Mintel GNPD, März 2022 bis Februar 2023
[2] Mintel GNPD, März 2022 bis Februar 2023
[3] Dazu gehören Weihnachten, Ostern, Valentinstag, Halloween und alle „saisonalen“ Bezeichnungen wie „Frühling“ oder „Herbst“ sowie Feiertage wie Ramadan und Chanukka
[4] Mintel GNPD, März 2022 bis Februar 2023
[5] Mintel GNPD, März 2021 bis Februar 2022 versus März 2022 bis Februar 2023
[6] Mintel GNPD, März 2021 bis Februar 2022 versus März 2022 bis Februar 2023
[7] 1,763  Internetnutzer:innen über 16 Jahren, die innerhalb der letzten drei Monate vor Dezember 2022 Schokolade gekauft haben
[8] 1.785  Internetnutzer:innen über 16 Jahren, die innerhalb der letzten drei Monate vor Juli 2021 Schokolade gekauft und verzehrt haben
[9] 1.842 Internetnutzer:innen über 18 Jahren, die innerhalb der letzten drei Monate vor April 2022 Schokolade gekauft haben

 

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