3D-Druck wird in einer Reihe von Branchen eingesetzt, von Medizintechnik bis hin zum Maschinenbau, und auch in der Lebensmittelindustrie wird die Verwendung dieser Technologie immer geläufiger. In der Süßwarenindustrie hat sich 3D-Druck bis jetzt jedoch hauptsächlich auf Hartzuckerbonbons und Schokoladensüßwaren konzentriert, da sich deren Beschaffenheit und Konsistenz perfekt für 3D-Drucker eignet. Weiche Geleebonbons wie Gummibärchen stellten bis jetzt jedoch eine Herausforderung für die Technologie dar. So benötigte die erste Generation der 3D gedruckten Gummibärchen bis zu drei Tage, um eine feste Konsistenz anzunehmen.

Ein innovativer 3D-Drucker von Katjes Fassin, The Magic Candy Factory, kann jedoch seit Kurzem Gummibärchen in einer angemessenen Zeitspanne und mit der richtigen Konsistenz produzieren. Dylans Candy Bar, eine US-amerikanische Zuckerwaren-Kette, hat im Mai dieses Jahres bereits eine exklusive Partnerschaft mit Katjes unterzeichnet, um den neuen 3-Drucker für den Einzelhandel und Online-Vertrieb zu gewinnen. Damit sind 3D-Süßigkeiten in weniger als zehn Jahren aus dem Reich der Fiktion in die Realität des Einzelhandelsgeschäft übergesprungen.

Verbraucher werden aus über 100 Entwürfen für Süßigkeiten auswählen können, mit der Möglichkeit, die Gummibärchen mit Namenszügen oder Grüßen personalisieren zu lassen. Die Süßigkeiten werden aus veganen, glutenfreien und laktosefreien Zutaten hergestellt und es werden natürliche Frucht- und Pflanzenextrakte anstatt von künstlichen Farbstoffen verwendet. Dies entspricht den Ergebnissen einer aktuellen Untersuchung von Mintel, nach der Süßwarenhersteller von künstlichen Farbzusätzen und Aromen zu natürlichen, biologischen Inhaltsstoffen wechseln.

Der Reiz des 3D-Drucks liegt vor allem in der Fähigkeit, Süßwaren nach individuellen Wünschen anpassen zu können. Maßgeschneiderte 3D-Gummibärchen zu produzieren dauert mit The Magic Candy Factory etwa zehn Minuten, einschliesslich einer drei-bis fünfminütigen Druckzeit. Die Süßigkeiten können dann weiter mit essbarem Glitzer oder einer sauren Beschichtung verziert werden. Aktuell sind die Gummibärchen in acht Geschmacksrichtungen erhältlich, darunter Erdbeere und schwarze Johannisbeere. „Verbraucher werden in der Lage sein, jede Süßigkeit zu erstellen, die sie sich nur vorstellen können“, sagt Melissa Snover, Geschäftsführerin von The Magic Candy Factory.

Was wir denken

Der 3D-Druck hat sich in kurzer Zeit von einer neuartigen Modeerscheinung zu einer rentablen Attraktion im LEH entwickelt. In den ersten Jahren nach ihrer Einführungen wurden nur wenige Anwendungsbereiche für die Technologie in Betracht gezogen. Und die Herausforderung für die Lebensmittelindustrie bestand zunächst darin, 3D-Zutaten zu entwickeln, die essbar, schmackhaft und gleichzeitig stabil waren. Im Süßwarenmarkt haben jüngste Innovationen zum erfolgreichen 3D-Druck von Gummibärchen geführt, was wiederum den Verkauf von individualisierten Süßigkeiten em Einzelhandel erlaubt.

Marcia Mogelonsky ist Director Insight, Food & Drink,  bei Mintel, wo sie seit dem Jahr 2000 als Spezialistin im Bereich der Süßwaren und Snacks tätig ist. Vor Mintel leitete sie ihre eigene Beratungsfirma, die auf das Konsumentenverhalten und Produktinnovationen in einem breiten Spektrum von Branchen konzentriert war.

 

Zur Person

Marcia Mogelonsky

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