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Die Generation Z, also Menschen, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden, hat sich zu einer einflussreichen Kraft im Handel entwickelt. Als echte Digital Natives ist ihr digitales Kaufverhalten geprägt von ständiger Verbindung zu Technologie, Social Media und E-Commerce-Plattformen. Gleichzeitig wächst die Zielgruppe in einem Umfeld wirtschaftlicher Unsicherheiten wie steigender Inflation und Studienkrediten auf. Dennoch verfügt die Gen Z über eine beachtliche und stetig wachsende Kaufkraft.

Pragmatisch, technikaffin und sich der Wirkung ihrer Kaufentscheidungen bewusst, erwartet die Generation Z, dass Marken ihre Werte teilen, insbesondere in Bezug auf Diversität, Inklusion und Nachhaltigkeit. Doch selbst bei hoher Wertorientierung ist das Markenvertrauen bei der Generation Z nicht selbstverständlich: Um Loyalität aufzubauen, müssen Marken kontinuierlich ethisch handeln und ihre Proofpoints transparent nach außen kommunizieren, um Glaubwürdigkeit und echte, relevante Interaktionen mit der Zielgruppe zu schaffen.

Wie shoppt die Generation Z? Gewohnheiten, Häufigkeit und Kaufmotive

Die Generation Z bevorzugt den Onlinekauf, weil er effizient, flexibel und preistransparent ist. Ihr Online-Shopping-Verhalten wird stark von ihrem Digital-First-Lebensstil geprägt, der hohe Erwartungen an Komfort, schnelle Abläufe und personalisierte, jederzeit verfügbare Einkaufserlebnisse mit sich bringt. Diese Ansprüche formen die aktuellen E-Commerce-Trends für Generation Z.

Wie häufig shoppt die Generation Z online?

Das Einkaufsverhalten der Gen Z zeigt, wie tief der E-Commerce in den Alltag dieser Zielgruppe eingebettet ist. Fast die Hälfte der Gen-Z-Teenager und 59 % der Erwachsenen in den USA kaufen mindestens einmal pro Woche online ein.

Ein signifikanter Teil dieser Kohorte nutzt den Onlinehandel sogar noch häufiger: Viele stöbern und kaufen mehrmals pro Woche, während nur eine kleine Minderheit den E-Commerce weitgehend meidet.

Diese Zahlen machen deutlich, dass Online-Shopping für die Generation Z ein fester Bestandteil ihres Kaufverhaltens ist. Die Mehrheit kauft regelmäßig online ein und tätigt einen erheblichen Anteil ihrer Einkäufe über digitale Kanäle.

Darum kauft die Generation Z am liebsten online

Die Generation Z bevorzugt den Onlinehandel, weil sie großen Wert auf Convenience, Schnelligkeit und Preisbewusstsein legt. Im Folgenden die wichtigsten Gründe:

  1. Convenience ist entscheidend
    Online einzukaufen ermöglicht es, Warteschlangen und eingeschränkte Öffnungszeiten zu umgehen. Dieser Convenience-Faktor spricht die Gen Z besonders an, die jederzeit und überall einkaufen möchte. Plattformen mit intuitivem Design, schnellen Checkout-Prozessen, mobiler Zugänglichkeit und vielfältigen Zahlungsmöglichkeiten – etwa „Buy Now, Pay Later“ – machen den Onlinehandel für Generation Z noch attraktiver.

  2. Geschwindigkeit verschafft Ihrer Marke einen Vorsprung
    Schnelle Lieferung ist für Gen-Z-Käufer:innen ein Muss. Dienste wie Amazon Prime haben einen Standard gesetzt, den E-Commerce Businesses erfüllen müssen. Verzögerungen oder hohe Versandkosten können für diese Zielgruppe schnell zum Kaufhindernis werden.

  3. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat Priorität
    Die Generation Z achtet auf den Preis. Sie vergleicht regelmäßig Preise auf verschiedenen Plattformen, sucht gezielt nach Rabatten und wartet auf Aktionen vor dem Einkauf. Neben dem Preis spielt auch die Qualität des Produkts eine wichtige Rolle.
*die ihre Einwilligung zur Erfassung besonderer Kategorien personenbezogener Daten gegeben haben.

Welche Produkte kauft die Generation Z am häufigsten?

Die Generation Z kauft online eine breite Produktpalette, wobei einige Kategorien besonders beliebt sind:

Generation Z Trends: Beliebteste Produktkategorien im Onlinehandel

Welche neuen E-Commerce-Trends und Produktkategorien zeichnen sich bei der Generation Z ab?

  • Lebensmittel werden zunehmend online gekauft, insbesondere frische Produkte und Convenience-Artikel wie Fertiggerichte. Auch alkoholische Getränke werden von Gen-Z-Konsument:innen häufiger online erworben als von älteren Generationen.

  • Produkte für Haushalt und Garten, wie Möbel und Wohnaccessoires, gewinnen an Bedeutung, da die Generation Z älter wird und zunehmend unabhängig lebt.

  • Nachhaltige Produkte verzeichnen steigendes Interesse, auch wenn sie nicht immer zu den Top-Kategorien nach Verkaufsvolumen gehören. Zwei Drittel der US-amerikanischen Gen-Z-Teenager sind offen für den Kauf von gebrauchten Artikeln, was den Fokus auf Nachhaltigkeit und eine Kreislaufwirtschaft widerspiegelt.

  • Personalisierte Produkte – von maßgeschneiderten Accessoires bis hin zu individuell abgestimmter Hautpflege – sprechen den Wunsch der Generation Z nach Individualität und einzigartigen Erlebnissen an. Die Technologien, die oft im Zentrum der Personalisierung stehen, wie Echtzeit-Datenanalyse, Künstliche Intelligenz (KI) und DNA-Tests zur Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen, treffen zudem den Nerv der Generation Z als Digital Natives und Early Adopters.
*die ihre Einwilligung zur Erfassung besonderer Kategorien personenbezogener Daten gegeben haben.

Wo shoppt die Generation Z am liebsten?

Auch Bekleidungs- und Beautyhändler wie H&M und Sephora sind bei Gen Z beliebt. Darüber hinaus gewinnen soziale Plattformen als Einkaufskanal zunehmend an Bedeutung: Viele Gen-Z-Teenager entdecken Produkte und kaufen sie direkt über Instagram oder ähnliche Kanäle. In Deutschland kaufen fast 30 % der Gen Z direkt auf Social Media ein.

Warum ist Mobile-First so entscheidend?

Das Leben der Generation Z findet nahezu vollständig auf ihren Smartphones statt. Eine überwältigende Mehrheit nutzt mobile Geräte für Onlinekäufe, weit mehr als Laptops oder Tablets. Einzelhändler, die fürs Smartphone optimierte Apps, einen reibungslosen Checkout und exklusive mobile Angebote bieten, liegen in Sachen E-Commerce Trends für die Generation Z klar vorne.

So verändert Generation Z den Einzelhandel und die Bedeutung von Omnichannel-Shopping

Trotz ihres digitalen Lebensstils schätzt die Generation Z nach wie vor das Einkaufserlebnis vor Ort. Ein nahtloser Ansatz, der Online- und Offline-Shopping integriert, ist daher entscheidend. Dazu gehören Optionen wie „Click-und-Collect“, QR-Codes für das In-Store-Stöbern oder mobile Apps mit Vorteilen für Kund:innen im Geschäft.

Beispielsweise sind Warenhäuser und Bekleidungshändler, die integrierte Online- und Offline-Erlebnisse bieten, bei der Gen Z Zielgruppe besonders beliebt. Denn Gen Z vergleicht häufig Preise online, tätigt Käufer aber im Geschäft, und schätzt Funktionen, die es ermöglichen, Produkte zu reservieren oder digitale Produktinformationen abzurufen.

Was beeinflusst die Kaufentscheidungen der Generation Z?

Das Gen Z Einkaufsverhalten, sowohl online als auch offline, wird von digitaler Kompetenz, Pragmatismus und klaren Werten bestimmt. Generation Z legt großen Wert auf Komfort, Authentizität und Sinnhaftigkeit und trifft Kaufentscheidungen basierend auf Convenience, Ethik und der Übereinstimmung mit ihrer persönlichen Identität und ihren Überzeugungen.

  • Pragmatismus und Recherche prägen das Einkaufsverhalten der Generation Z
    Die Generation Z geht mit Absicht und praktischem Vorgehen einkaufen. Sie vergleicht regelmäßig Marken und Produkte, bevor sie eine Kaufentscheidung trifft. Außerdem sind sie offen für den Kauf gebrauchter oder Second-Hand-Produkte, um Geld zu sparen und gleichzeitig nachhaltig zu handeln.

  • Klare Präferenz für einen digitalen Ansatz
    Als echte Digital Natives bevorzugt die Generation Z mobile-first Einkaufserlebnisse und entdeckt Produkte häufig über soziale Medien. Sie interagieren aktiv mit Marken online und erwarten schnelle, reibungslose und digitale Interaktionen über alle Kanäle hinweg.

Welche Werte beeinflussen die Kaufentscheidungen der Generation Z?

Persönliche Werte spielen eine zentrale Rolle im Generation Z Konsumverhalten und prägen maßgeblich ihre Kaufentscheidungen.

  1. Ethik und Transparenz sind entscheidend
    45 % der erwachsenen Gen Z haben zwischen Oktober 2024 und April 2025 aktiv eine Marke boykottiert. Sie meiden Unternehmen, die sich unethisch verhalten – selbst dann, wenn diese einen Preisvorteil bieten.

  2. Übereinstimmung mit persönlichen Werten stärkt das Markenvertrauen der Generation Z
    Themen wie Diversität oder Nachhaltigkeit sind für Gen Z wichtig. Generation Z Trends zeigen, dass fast 60 % der US-Gen-Z-Erwachsenen Marken bevorzugen, die mit ihren eigenen Werten übereinstimmen.

  3. Nachhaltigkeit ist ein Muss
    Nachhaltigkeitsaspekte spielen eine herausragende Rolle im Gen Z Einkaufsverhalten. Viele sind bereit, mehr für umweltfreundliche Produkte zu zahlen – solange der Preis im Rahmen bleibt.

Wie wichtig ist Markenloyalität für die Generation Z?

Für die Gen Z ist Markenloyalität nur bedingt wichtig – sie bleibt nur so lange bestehen, wie eine Marke relevant bleibt und ihre Werte glaubwürdig widerspiegelt. Zwar gibt über die Hälfte an, dass sie vertrauten Marken treu bleiben könnten, doch das Kaufverhalten der Generation Z zeigt deutlich: Weichen Marken von ihren ethischen Prinzipien ab, wechselt sie schnell zur Konkurrenz.

Loyalität entsteht für die Gen Z Zielgruppe nicht allein durch Bonusprogramme, sondern durch Relevanz, authentische Interaktion und geteilte Werte. Marken müssen Vertrauen kontinuierlich durch transparente Kommunikation und glaubwürdige, werteorientierte Maßnahmen aufbauen.

Wer diese Erwartungen nicht erfüllt, riskiert Konsequenzen: Das Generation Z Konsumverhalten zeigt, dass sie, im Vergleich zu anderen Generationen, eher dazu neigen Marken zu boykottieren.

Wie nutzt die Generation Z Social Media zum Shoppen?

Social Media spielt eine zentrale Rolle im Kaufverhalten der Generation Z. Für die Gen Z ist es nicht nur Unterhaltung, sondern ein entscheidender Kanal, um Produkte zu entdecken, zu recherchieren und direkt zu kaufen. Plattformen wie TikTok oder Instagram bilden häufig den Startpunkt ihrer Customer Journey.

In Deutschland nutzen nahezu alle der Generation Z soziale Medien – und viele haben dort bereits Modeartikel entdeckt, bevor sie diese gekauft haben. Auch in den USA zeigt sich ein ähnliches Konsumverhalten: Die Gen Z Zielgruppe nutzt Social Media intensiv zur Produktsuche, was die enge Verknüpfung von Social Media, Handel und digitalem Kaufverhalten dieser Generation unterstreicht.

Das beeinflusst die Kaufentscheidungen von Gen Z: Die Macht der Influencer:innen

Für die Generation Z fungieren Influencer:innen als vertrauenswürdige Orientierungspunkte, die ihre Kaufentscheidungen stark prägen. Ob durch TikTok-Challenges, Instagram-Stories oder YouTube-Reviews – Influencer:innen geben authentische, nahbare Empfehlungen, die für Gen Z fast wie persönliche Tipps aus dem Freundeskreis wirken.

In Deutschland lassen sich 33 % der Gen Z-Modeshopper:innen von Influencer:innen inspirieren, und fast die Hälfte hat bereits ein Produkt aufgrund einer Influencer:innen-Empfehlung gekauft. Dieses Verhalten zeigt, wie stark Social Media und Influencer:innen Marketing im digitalen Kaufverhalten der Generation Z verankert sind.

Wie beeinflusst Nostalgie-Marketing die Kaufentscheidungen von Gen Z?

Interessant ist auch, dass Nostalgie-Kampagnen, die an Trends der 90er- und 2000er-Jahre anknüpfen, Marken eine starke emotionale Verbindung zur Generation Z ermöglichen. In Kombination mit authentischen Influencer:innen-Posts steigert diese Strategie das Engagement, da sie ein Gefühl der Vertrautheit weckt und gleichzeitig für frische, zeitgemäße Impulse sorgt.

Wie können Marken die Bedürfnisse der Generation Z erfüllen?

  1. Durch Authentizität und Transparenz
    Gen Z lehnt polierte, unnahbare Markenauftritte ab und bevorzugt ehrliche, greifbare Interaktionen. Inhalte hinter den Kulissen, Gründerstorys und offene Kommunikation zu Geschäftsprozessen, Lieferketten und Preisgestaltung schaffen Vertrauen und stärken das Markenimage.

  2. Durch Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung
    Nachhaltigkeit ist für Gen Z mehr als ein Schlagwort. Marken, die konkrete, umweltfreundliche Maßnahmen durch Daten oder Zertifikate belegen, vermeiden Greenwashing und festigen das Vertrauen. Technologien wie QR-Codes zur Rückverfolgbarkeit können die Glaubwürdigkeit zusätzlich erhöhen.

  3. Durch Innovation im Omnichannel-Ansatz
    Kombinieren Sie mobile-first Strategien mit In-Store-Erlebnissen, um eine ganzheitliche Markenpräsenz zu schaffen, die dem Online-Shopping-Verhalten der Generation Z entspricht. Zum Beispiel durch Click-und-Collect-Services, einfache Retouren und QR-Codes für Bestellungen im Geschäft.

  4. Durch personalisierte Erlebnisse
    Gen Z schätzt personalisierte Erlebnisse, z. B. individuelle Produktempfehlungen oder Co-Creation. Möglichkeiten, Designs abzustimmen oder Produkte virtuell per Augmented Reality auszuprobieren, schaffen besonders attraktive Einkaufserlebnisse für die Zielgruppe.

  5. Indem Sie Social Commerce nutzen
    Plattformen wie Instagram und TikTok erleichtern den Kaufprozess und ermöglichen es der Generation Z, impulsiv zu shoppen. In Großbritannien haben 60 % der TikTok-Nutzer:innen direkt über soziale Medien ein Produkt oder eine Dienstleistung gekauft, in den USA sind es 40 %.

Weitere Einblicke zum wachsenden Einfluss von Social Commerce im Einzelhandel finden Sie in unserem Artikel Erfolgreich im Social Commerce: Wie Marken auf TikTok & Co. verkaufen.

Sind Sie bereit sich mit Gen Z zu vernetzen?

Die Generation Z verändert, bewusst oder unbewusst, die Landschaft des Onlinehandels. Sie ist praktisch, digital versiert und stark wertorientiert – und erwartet dasselbe von Marken: Dynamisch, authentisch und wertebasiert.

Marken, die innovativ agieren, authentisch kommunizieren und einen digital-first Ansatz verfolgen, dabei aber eine nahtlose Verbindung zwischen Online- und Offline-Shopping bieten, gewinnen nicht nur die Aufmerksamkeit von Gen Z, sondern auch ihr Vertrauen.

Die Frage lautet: Wie wird Ihre Marke dieser Herausforderung gerecht?

Vertiefen Sie Ihre Einblicke in die Generation Z als entscheidende Konsumkohorte, indem Sie unsere umfassende Gen Z Marktforschung im Mintel Store entdecken.

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Anabelle Holschuh
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